

Eine Schwarte Speck, ein Stück Bergkäse, ein paar Essiggurken und natürlich: das Schüttelbrot! Keine dieser Köstlichkeiten darf bei der traditionellen „Marende“ fehlen, damit sie komplett ist.
Schon auf den ersten Blick kann jeder schnell feststellen, dass das Brot nur sehr dünn und hart ist. Seine Form und seinen Namen verdankt das Gebäck natürlich seiner Herstellungsweise: Vor dem Backen wird der Teig durch kräftiges Schütteln gelockert und in die charakteristische dünne Fladenform gebracht.
Du fragst dich jetzt bestimmt: Wer will denn bitte ein altes hartes Brot essen?
Naja, das Schüttelbrot kann wegen seiner sofortigen Härte für eine lange Zeit aufbewahrt werden, ohne zu verderben. Für die damaligen abgelegenen Almhütten Tirols war eine Bewirtschaftung mit Frischwaren wegen der verkehrstechnischen Lage nämlich nicht denkbar.
Noch ein bisschen Geschichtsunterricht: Das Schüttelbrot wurde zum ersten Mal 1610 in einer Tiroler Bäckerordnung niedergeschrieben und wurde damals „reggl“ oder „regglproat“ (von „riggln“ = schütteln, rütteln) genannt.
Zusammengefasst ist der Fladen mit der richtigen Würze locker und leicht – das perfekte Brot zum Aufschnitt.
Hast du dich schon länger nicht mehr an deinen Ofen gewagt? Dann wird’s heute Zeit! Back mit uns zusammen dein erstes Schüttelbrot und bring dir ein Stück Südtirol nach Hause!
Was brauche ich für 5 Schüttelbrote?
Wie gehe ich vor?
Zuerst beide Mehlsorten in einer Schüssel zusammengeben und gut vermischen. Die Hefe im Wasser auflösen und nach und nach den Zucker dazugeben. Dann in die Mitte der Schüssel mit dem Mehl eine Art Mulde bilden, in die man langsam das Hefe-Zucker-Wasser einrührt. Etwas Salz auf den Rand des Mehls geben und die Gewürze zusammen mit der Buttermilch in den Teig heben. Dieser muss nun so lange geknetet werden, bis ein glatter klebriger Teig entsteht.
Kurze Pause!
Den Teig musst du jetzt mit etwas Weizenmehl bestäuben, mit einem Küchenhandtuch abdecken und eine Stunde lang an einem warmen Ort ruhen lassen.
Nach deiner Auszeit sollst du den Teig noch einmal gut mit den Händen durchkneten und ihn dann in 5 gleichmäßig große Stücke teilen.
Nun geht’s zum Schütteln! Die Teigstücke bringst du in eine Fladenform und gibst sie auf ein rundes Holzbrett. Damit der Teig zu einem dünnen Fladen wird, musst du das Brett im Kreis drehen und währenddessen kurze stoßartige Bewegungen ausführen. Der Teig sollte gelockert werden, bis er eine Dicke von ungefähr 5 mm erreicht hat.
Die Teigfladen sind nun fertig zum Backen und müssen nur noch mit Roggenmehl bestäubt werden und 15 Minuten im Backblech ruhen.
Backen: 210 °C, Ober- und Unterhitze, ca. 25 Minuten lang